Vorwort:

Das erste Telefon mit Android Betriebssystem ist endlich auf dem deutschen Markt erschienen. Das Telefon wird ähnlich dem Apple iPhone exklusiv über T-Mobile Deutschland vermarktet. Im Gegensatz zum iPhone ist das Gerät aber mit keinem Simlock versehen und ist somit ab Werk mit allen anderen Netzbetreibern nutzbar. Das Betriebssystem wurde in Kooperation mit Google und weiteren Partnern entwickelt, alle zusammen gehören zur sogenannten Open Handset Alliance. Durch die Google Kooperation muss man sich nicht wundern das dass Gerät diverse Google Applikationen wie Google Mail, Google Kalender oder Google Maps mit sich bringt. Das Gerät wird übrigens im Auftrag vom namhaften Hersteller HTC (Produktname HTC Dream) gefertigt und weiß es ist aktuell in 2 Farbvarianten erhältlich (schwarz oder weiß). Das Telefon bietet ein großes Touch-Display sowie eine ausschiebbare QWERTZ-Tastatur zu überzeugen. Was das in Kombination mit dem Android Betriebssystem zu leisten im Stande ist wird der nachfolgende Testbericht aufzeigen.
Dateien:
Hier die eine kleine Bilderübersicht die ich für das T-Mobile (Google) G1 erstellt habe.
- Gerätebilder: Galerie mit 34 Bildern
- Displaybilder: Galerie mit 58 Bildern
- Kamerabider: Galerie mit 21 Bildern*
* Bilder aus Trafficgründen auf 1024 x 768 Pixel verkleinert
Lieferumfang:

Das Gerät kommt in einem nahezu vollständigen Lieferumfang daher. So findet sich in dem schwarzen Karton (der von einer weißen T-Mobile bedruckten Hülle ummantelt ist) ein umfangreiches Zubehörpaket wieder.
Hier eine kurze Auflistung des Lieferumfangs:
- T-Mobile Google G1 (Black)
- Li-Ionen Akku (1150 mAh)
- Ladegerät
- USB-Kabel
- Stereo-Headset
- Tasche
- 2GB Speicherkarte
- Schutzfolie und Dekoraufkleber
- Bedienungsanleitung
Die unverbindliche Preisempfehlung bei T-Mobile liegt übrigens bei stolzen 449,- Euro.

Abb. Lieferumfang (Symbolfotos)
Um das Gerät nach dem zusammenbauen in Betrieb zu nehmen braucht man übrigens zwei Dinge. Einen Google Mail Account und eine SIM-Karte mit freigeschaltetem Datentarif, ohne diese beiden Dinge lässt sich das Gerät nicht aktivieren. Einmal aktiviert kann das Gerät dann endlich in seinem vollen Umfang genutz werden. Vom Einschalten bis zum Startbildschirm vergehen dann jeweils gut 25 Sekunden - diese Werte orientieren sich an anderen Smartphones mit Symbian oder Windows Mobile Betriebssystem.
Gehäuse und Verarbeitung:

Das T-Mobile G1 kommt in einem recht großzügig dimensionierten Gehäuse mit Abmessungen von 117.7 x 55.7 x 16.5 mm daher. Das Gewicht des Gerätes ist mit 158 Gramm noch gerade eben erträglich, bei der gebotenen Ausstattung inklusive der QWERTZ-Tastatur und des großen Displays geht das Gewicht aber noch in Ordnung.
Die Gehäuseoptik kann man als äußerst schlicht bezeichnen. Egal ob man die weiße oder die schwarze Farbvarinate des G1 nimmt, beide sind komplett aus einfarbigem, weichen Kunststoff gefertigt. Die Verarbeitungsqualität ist soweit in Ordnung, einzig der verwendete Kunststoff hätte definitiv hochwertiger ausfallen können. Hier und da kann man dem Gerät aufgrund dieser Tatsache ein leichtes Knacken und Knarzen entlocken. Der Displayslidermechanismus selbst wirkt hingegen wie aus einem Guß. Beim aufschieben und schließen rastet das Display angenehm satt ein.

Abb. Telefonübersicht (Vorder- und Rückseite)
Kommen wir zu den einzelnen Gehäusekomponenten: Auf der Gerätefront findet sich ganz oben die relativ breite Lautsprecheröffnung wieder, neben dieser wurde eine kleine unscheinbare Status-LED integriert. Direkt unter dieser Öffnung findet sich das 3.2 Zoll messende, kapazitive Display wieder. Dieser Gehäuseteil sitzt in einem aufschwingenden Slidermechanismus. Unter diesem Teil befinden sich 5 Tasten und ein Trackball (ähnlich den RIM Blackberrys) wieder. Die Tasten sind im einzelnen von links nach rechts: Rufannahme-, Home-, Zurück- und die Auflegen-Taste. Direkt über dieser Tastenreihe findet sich eine breite Menütaste mit der Aufschrift "Menü" wieder. Auf der linken Gehäuseseite findet sich im unteren Teil die Wipptaste zur Lautstärkenregelung wieder sowie ein kleiner fummliger Mechanismus für das einlegen der microSD Speicherkarte. Auf der rechten Gehäuseseite ist weit und breit nichts auszumachen, außer der im unteren Drittel verbauten Kamerataste.
Die Geräterückseite wird vom riesigen Akkudeckel dominiert. Die komplette Rückseite ist aus einem Teil gefertig und deckt sowohl den Akku als auch die Kamera- sowie Lautsprecheröffnung ab. Damit die Kameralinse beim aufliegen des Gerätes nicht verkratzt, ist mittig neben der Kamera eine kleine Gumminase angebracht. Dies kleine Erhebung sorgt dafür das dass Gerät nicht komplett auf der Rückseite aufliegt. Wenigstens die Rückseite fühlt sich ganz gut an, so findet hier ein sogenanntes Softtouch-Material Anwendung was für eine samtig weiche und griffige Oberfläche sorgt.
Schiebt man das Display nach oben kommt die vollwertige QWERTZ-Tastatur zum vorschein. Diese Tastatur wurde auf einer glanzschwarzen Oberfläche verbaut, was dafür sorgt das es hier ziemlich schnell zu Fingerabdrücken kommt (zumindest bei der schwarzen Farbvariante).
Touchscreen:

Der 3.2 Zoll messende Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixeln beherrscht nahezu die komplette Gerätefront. Das Display stellt bis zu 65.000 Farben dar und ist ähnlich dem Apple iPhone kapazitiv, auf Multitouch wurde aber aus patentrechtlichen Gründen verzichtet. Das Display reagiert angenehm präzise auf die Eingabe per Finger. So lassen sich die einzelnen Menüicons oder Menüpunkte genau drücken und bedienen. Wer will kann dank des Trackballs auch den Großteil des Gerätes hierüber bedienen.
Das Display wird durch einen ausgeklügelten Slidermechanismus nach oben geschoben. Das Telefon schwingt quasi zur Seite um dann wieder oben gerade einzurasten. Die oben genannte Farbpracht kommt beim G1 trotz der geringen Farbtiefe ziemlich kontrastreich und farbenfroh rüber. Das Displayformat wird übrigens durch aufschieben des Displays beeinflußt. Ist das Gerät zugeschoben bedient man das Gerät im Hochformat, schiebt man das Display nach oben so wird die Tastatur zugänglich und die Displayanzeige wechselt in das Querformat. Möchte man in allen Menüs ein Autorotate (dank integriertem Lagesensor haben) so geht dies nur über Zusatzsoftware bzw. wird vermutlich mit einer zukünftigen Firmwareversion nachgeliefert. Hinzugesagt sei das einige Programme schon von Hause aus den Lagesensor und die damit verbundene schwenkbare Anzeige unterstützen.
Tastatur:

Die QWERTZ-Tastatur ist das Highlight am T-Mobile G1. Dank dieser Tastatur kommen auch Kritiker von Touchscreen-Geräten a la Apple iPhone oder Samsung M8800 Pixxon auf ihre Kosten. So wird die Eingabe nicht über eine fummelige Bildschirmtastatur vollzogen sondern über die groß dimensionierte QWERTZ-Tastatur. Die Tasten sind allesamt mit einem kleinen Abstand versehen, dank dieses Abstands und der leichten Erhabenheit der Tasten ist jede Taste gut fühlbar. Der Druckpunkt der einzelnen Tasten ist gut und sauber. Natürlich sind beim G1 in Deutschland auch Umlaute integriert worden, diese sind wahlweise per langem Druck auf den jeweiligen Buchstaben erreichbar oder aber per ALT-Taste und Druck der jeweiligen Taste. Über die ALT-Taste erreicht man wie beim heimischen Computer alle Sonderzeichen, diese sind auf der Tastatur in hellblauem Farbton aufgedruckt.

Abb. Fronttasten des G1
Einen Nachteil hat die Tastatur aber auch, so sind die einzelnen Tasten leider relativ schwach beleuchtet. Die Tastenbeleuchtung ist nur in richtig dunkler Umgebung sichtbar, unter guten Lichtverhältnissen ist die Tastaturbeleuchtung hingegen sogut wie gar nicht wahrnehmbar. Wer mag kann über zusätzliche Tools aus dem "Marktplatz" die Tastenbeleuchtung bei Bedarf auch komplett abstellen.
Menüstruktur:

Das Android Betriebssystem kommt mit einem vollkommen neuartigen Bedienkonzept daher. Das Gerät bietet 3 durchschaltbare Desktops, die mit Shortcuts, Ordnern oder Widgets belegt werden können. Zwischen den 3 Desktops blättert man einfach per Fingerstreich oder per Trackball hin und her. Oberhalb des jeweiligen Desktops gibt es eine aufrufbare Statusleiste, unterhalb des Desktops das aufrufbare Hauptmenü. Dieses Hauptmenü beherbergt alle installierten Programme. Möchte man ein Programm auf dem Desktop platzieren so reicht es dieses Icons auf den Desktop zu ziehen und loszulassen. Wer mag kann die einzelnen Programme auf dem Desktop in umbenennbare Unterordner platzieren. Wenn man den Weg nicht über das Menü suchen will so kann man das Menü die einzelnen Desktops auch noch einfacher anpassen. Es reicht mit dem Finger auf den Desktop zu drücken und schon kann man folgende zwischen folgenden Punkten wählen:
-
Anwendung
-
Verknüpfung
-
Widget
- Hintergrund
- Kontaktverknüpfung
- Playlist
- Lesezeichen
- Google Mail-Label
Was die einzelnen Widgets angeht so ist es hier bisher nicht allzu üppig gesäht, lediglich eine Analoguhr, Foto-Slideshow sowie ein Google-Suchfeld stehen zur Auswahl. Weitere Widgets sind in Vorbereitung und werden vermutlich in Kürze über den Android-Market zum Download bereitstehen.
Wenn man viele Programme installiert hat wird das eigentliche Hauptmenü ziemlich schnell unübersichtlich, die Symbole hier lassen sich nämlich nicht verschieben, sondern werden immer alphabetisch angezeigt. Es empfiehlt sich also die 3 Desktops nach seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen damit die Übersichtlichkeit nicht leidet. Durch die einzelnen Ordner, etc. stellt dies wie gesagt kein Problem dar.
Kamera:

Das T-Mobile G1 kommt mit einer 3.2 Megapixel Kamera daher welche auf der Rüclseite relativ unscheinbar verbaut wurde. Wie man auf den Bildern erkennen kann ist kein Blitzlicht verbaut worden, sodaß Bilder nur bei ausreichendem Licht gelingen. Was die Einstellmöglichkeiten angeht so ist das G1 minimalistisch aufgebaut. Die Kamera startet man über die rechtsseitig angebrachte Kamerataste, das große Display dient als Sucher. Das Motiv wird wie nicht unschwer zu erahnen durch herunterdrücken der Kamerataste fixiert. Einstellmöglichkeiten sucht man bei der Kamera übrigens ergebens, es wird immer mit 2048 × 1536 Pixeln fotografiert. Zumindest bietet die Kamera einen Autofocus, der beim auslösen der Kamera automatisch fokusiert und scharfstellt. Die Bilder selbst werden im Schnitt zwischen 400 und 800 kb groß, logischerweise abhängig vom gewählten Motiv.
Die Kamera selbst weiß nicht wirklich zu überzeugen. Die Bilder werden nur bei ausreichenden Lichtverhältnissen brauchbar. Sobald das Licht etwas nachlässt oder man unter Kunstlicht Bilder schießt wird die Qualität merklich schlechter. Die Bilder sind dann ziemlich verrauscht und milchig. So ist die Kamera nur als nette Beigabe zu betrachten, nicht mehr nicht weniger.
Handhabung:

Die Handhabung des Gerätes ist zusammengefasst gesagt ziemlich gelungen. Das Bedienkonzept als Kombination aus Touchscreen, QWERTZ-Tastatur und Trackball ist wirklich gut gelöst. Anfangs ist es sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig alle Drehs und Kniffe herauszufinden, doch dann läuft es wie aus einem Guß.
Der Trackball wird allen die schon mal einen Blackberry in der Hand hatten sicherlich bekannt vorkommen. Die Handhabung ist anfangs sicherlich nicht ganz so leicht, da der Trackball etwas nervös und schnell auf jegliche Bewegung reagiert. Wenn man aber das nötige Fingerspitzengefühl entwickelt hat kann man mit dem Trackball ziemlich präzise und genau durch das Menü oder als Beispiel durch Webseiten scrollen. Möchte man eine Auswahl bestätigen reicht ein Druck auf den Trackball und schon ist die Auswahl bestätigt.
Wer mag kann natürlich auch auf die Nutzung des Trackballs verzichten da sämtliche Felder auf dem Display auch durch anklicken per Finger getätigt werden können. Das Display reagiert auf die Eingaben angenehm präzise, sodass es im Gegensatz zu einigen Touchscreen Geräten nicht allzuoft vorkommt das man eine Eingabe ein zweites Mal bestätigen muss weil der erste Anlauf vom Display nicht registriert wurde.
Akku- und Empfangseigenschaften:

In dieser Disziplin bekleckert sich das G1 nicht mit Ruhm. Zwar gibt der Hersteller bis zu 12 Tage Standby und 6 Stunden Gesprächszeit an, doch sind diese Werte in der Praxis absolut nicht zu erreichen. Mit eingeschaltetem UMTS, automatisiertem Sync zu Google und ein wenig Telefonieren, Surfen, E-Mailen zwingt man das Gerät schon nach wenigen Stunden in die Knie. Selbst bei extrem moderater Nutzung, abgeschaltetem UMTS kriegt man mit dem G1 nicht mehr als 1,5 Tage Laufzeit hin.
Wer viel telefoniert oder textet kriegt das Gerät auch in nicht mal einem Tag leer. Nutzt man das G1 also als Telefon und nicht nur als E-Mail- und Internetmaschine, ist der Akku ähnlich schnell leer wie bei reiner Onlinenutzung. Es empfiehlt sich somit leider beim T-Mobile G1 einen Ersatzakku oder ein Batterypack für unterwegs anzuschaffen.
Was den Empfang angeht so ist das G1 ziemlich in Ordnung. Das Gerät hat eine ordentliche Sprachs- und Empfangsleistung zu bieten. So bleibt der Empfangspegel im UMTS- sowie GSM-Bereich konstant. Das Gerät hält in verschiedenen Empfangsbereichen stabil das Signal und hält auch in schwierigeren Umgebungen noch am Mobilnetz fest. Was die Sprachqualität angeht so ist der Gesprächspartner gut und deutlich hörbar, einzig der Klang könnte einen Tick klarer und sauberer sein.
Funktionsüberblick:

Das T-Mobile G1 weiß mit einer Menge an Ausstattung aufzuwarten, wenngleich ein Teil der Features erst mit Programmen aus dem "Market" ihre volle Funktion entfaltet. Ein Beispiel ist die Kamera; so kann man Videos mit der Kamera erst aufnehmen nachdem man ein entsprechendes Zusatzprogramm installiert hat.
- Designtyp: Handheld Phone (mit Tastatur)
- Länge x Breite x Höhe in mm: 117.7 x 55.7 x 16.5
- Gewicht: ca. 158 g
- Stand-by-Zeit: ca. 400 Stunden
- Sprechzeit: ca. 420 Minuten
- Akku: Li-Polymer-Akku, 1150 mAh
- Frequenzbänder GSM: Quadband (850, 900, 1800, 1900 MHz)
- GPRS/EDGE: Klasse 12/Klasse 12
- UMTS/HSDPA/HSUPA: Ja/Ja (bis 7,2 Mbit/s)/Ja (bis 2,0 Mbit/s)
- SAR-Wert: 0,62 W/kg
- Haupt-/Innendisplay: TFT-Display, 65k Farben, 320 x 480 Pixel
- Kamera: 3.2 Megapixel
- Prozessor: Qualcomm MSM 7201, 528 MHz
- Speicher: 128,00 MB RAM
- Externe Speichererweiterung: Micro SD, max. 8 GB
- Betriebssystem: Android OS
- MMS und SMS in einer Konversationsansicht
- E-Mail: SMTP, POP3, IMAP4
- Browser: vollwertige HTML Webbrowser
- Klingeltöne: 40-stimmige polyphone Klingeltöne WAV, WMA, MP3
- Sprachfunktionen: Freisprechfunktion
- Schnittstellen: Bluetooth, USB, W-LAN
- W-LAN: IEEE 802.11 b/g
- Synchronisation: Google Kontakte
- Navigation als Zubehör: Google Maps
- Menüsprachen: 2 verschiedene Menüsprachen (deutsch, englisch)
Die integrierte Bluetooth Schnittstelle unterstützt zwar den Bluetooth 2.0 Standard, doch fehlt es unter anderem am A2D-Profil (Bluetooth Stereo Profil) sowie der Nutzbarkeit als Modem.
Music-Player:

Selbstverständlich darf ein Music-Player nicht fehlen. Das Gerät bietet einen sehr leicht bedienbaren Touchplayer. In der Hauptübersicht stehen zu Auswahl Interpret, Alben, Titel, Playlists. Der Player selbst bietet dann nach erfolgreicher Titelauswahl eine gelungene Oberfläche, bestehend aus großem Album-Cover, Play, Pause, Vorwärts, Rückwärts, Repeat, Zufallswiedergabe sowie dem Wechsel zur Wiedergabeliste.
Selbstverständlich spielt der MP3-Player auch im Hintergrund weiter, da das Gerät selbstverständlich vollständig Multitasking-fähig ist. Die Wiedergabe im Standbymodus wird dann in der Titelleiste oben signalisiert, hier kann man dann auch problemlos in den Player zurückwechseln. Bei Bedarf lässt sich die beiliegende 2 GB Karte auch gegen eine Größere Karte (z.B. 8 GB) ersetzen, dann macht man das Gerät zu einem richtig guten MP3-Player.

Abb. MP3-Player - Titel wird abgespielt
Kommen wir zum Thema Klang, dieser ist mit den beiligenden Kopfhörern eher durchschnittlich. Der Bassanteil ist ziemlich ordentlich, die Höhen sind hingegen etwas blass und dumpf. Für Musikliebhaber lohnt auf jeden Fall der Kauf eines USB auf Klinke Adapters um auch eigene Kopfhörer mit ausgewogenerem Klang anschließen zu können. Dieser Punkt ist am G1 auch ein ziemlicher Nachteil, schade das HTC immer noch nicht auf einen 3.5mm Klinke Anschluss gesetzt hat, sondern immer noch einen einfachen USB-Anschluss als Daten-, Lade- und Musikanschluss verbaut.
Wer mit dem G1 auch vernünftig Videos anschauen möchte der braucht nur einen entsprechenden Videoplayer über den Market herunterzulanden, ein gutes Beispielprogramm nennt sich Videoplayer oder CC Cinema. Das Gerät schafft es mühelos Videos in voller Bildschirmauflösung sauber und ruckelfrei wiederzugeben.
Verbindungsmöglichkeiten:

Was die einzelnen Verbindungsmöglichkeiten angeht so kann sich das T-Mobile G1 sehen lassen. Bluetooth, WLAN, EDGE, GPRS, UMTS und HSDPA stellen das Grundgerüst dar. Mit dem Gerät surft es sich dank dieser Funkstandards angenehm schnell und komfortabel. Alles andere wäre aber auch verwunderlich gewesen, ist das G1 doch als echte Onlinemaschine ausgelegt. Wer mag kann übrigens das automatische Synchronisieren abstellen um die Mobilfunkverbindungen bzw. Datenkosten unter Kontrolle zu halten. Hinzu gesagt sei aber das dass G1 eigentlich nur mit einem ordentlichen Datenpaket oder noch besser einer Datenflat Sinn macht. Nur so lässt es sich entspannt und sorglos surfen. Sonst kann es passieren das dass G1 hier und da mal ungefragt nach "Hause" verbindet und so Datenkosten produziert. ;-)
Was die Bluetooth Schnittstelle angeht so ist ds G1 wie schon das Apple iPhone ziemlich bescheiden bestückt. Bisher unterstützt es nur das
-
Headset Profile
- Handsfree Profile
Zur Nutzung der Bluetooth Stereo Schnittstelle (A2DP) ist die Hardware zwar im Stande, doch ist dies im Android Betriebssystem noch nicht integriert. Laut diversen Aussagen soll dies aber mit einem zukünftigen Firmware-Release nachgelegt werden. Schade das man nicht ab Werk mit einer breiten Palette an Standards daherkommt.
Die USB-Schnittstelle kann hingegen nur für den Wechseldatenträgermodus genutzt werden um Zugriff auf die Speicherkarte zu bekommen. Mir ist es in diesem Fall etwas schleierhaft wieso man beim G1 auf eine Syncmöglichkeit per Outlook oder Lotus Notes verzichtet hat. So bleibt das Gerät bislang nur über das Mobilnetz synchronisierbar. Für Businiess User ist dies sicherlich ein No-Go wenn man regelmäßig Termine und Kontake Up-to-date halten möchte.
PIM-Funktion:

Den größten Wehrmutstropfen, die fehlende Syncbarkeit mit Outlook, habe ich ja schon vorweggenommen. Kommen wir also nun zu den PIM Programmen wie Kalender, Kontakte, etc. die das T-Mobile G1 beherrscht.
Fangen wir mit dem Kalender an, dieser bietet wie zu vermuten eine Monats-, Wochen- und Tagesübersicht. Die Eingabe selbst ist ziemlich detailiert geraten, die zur Verfügung stehenden Felder sind:
- Terminname
- Datum und Uhrzeit
- Ganztägig: ja / nein
- Ort
- Beschreibung
- Kalender mit dem gesynct wird (Google Calendar)
- Erinnerung (Minuten)
- Wiederholungen
- Datenschutz
- Status
Beim Telefonbuch sieht es ähnlich umfangreich aus. Hier sollte man in der Regel mit den zur Verfügung stehenden Feldern problemlos auskommen. Hier eine kleine Übersicht welche Felder das Telefonbuch anbietet:
- Rufnummer (Mobil, Privat, Arbeit, Fax (Arbeit / Privat), Pager, Andere, Benutzerdefiniert)
- E-Mails Adresse (Privat, Arbiet, Andere, Benutzerdefiniert)
- Klingelton
- Anrufe direkt an Mailbox senden (An, Aus)
- Chat (AIM, Windows Live, Yahoo, Skype, QQ, Google Talk, ICQ, Jabber)
- Postanschrift (Privat, Arbeit, Andere, Benutzerdefiniert)
- Sonstiges (Firma / Organisation, Notiz)
Die Felder lassen sich beliebig kombinieren und hinzufügen. Durch die benutzerdefinierten Felder kann man nach belieben hinzufügen und verwalten. Wer will kann selbstverständlich auch ein persönliches Anruferbild für jeden Kontakt hinzufügen. Zur besseren Übersichtlichkeit gibt es auch die Möglichkeit die Kontakte nach Gruppen zu unterteilen. Hier sollten eigentlich die meisten User problemlos mit klarkommen und zufrieden sein.
GPS:

In dieser Kategorie hat man ab Werk nicht allzuviele Möglichkeiten, so wird diese Schnittstelle in erster Linie für die Lokalisierung per Google Maps genutzt. Eine echte Navigationslösung ist dies allerdings nicht, man kann wie üblich seinen Standort in Karten oder Satellitenansicht darstellen oder eine Route planen. Es wird aber keine echte sprachgeführte Navigation durchgeführt. Wer so etwas sucht der findet auch hier über den Software "Market" entsprechende Navigationslösungen, zum Teil kostenfrei zum Teil aber auch kostenpflichtig.
Software-Market:

Wer den GPS Empfänger auch für andere Programme sinnvoll nutzen will der findet im Marktplatz eine Hülle an netten Tools, eine automatische Umschaltung der Lautstärke je nach Standort, ein Programm das den nächsten Supermarkt in der Nähe findet, und viele weitere Tools. Hier lohnt auf jeden Fall ein regelmäßiger Blick in das Android Downloadportal. Klar gibt es hier viele unnütze Programme oder Beta-Software, doch es gibt vieles das sich wirklich lohnt anzuschauen. Hier einige Programme die ich durchaus empfehlen kann auch den G1 zu installieren:
- Wikitude (Standortinformationen)
- barcoo (Barcode Scanner mit Preisanzeige)
- Fahrplan (Fahrplan Information für Bahnfahrer)
- FotMob (Liveergebnisse und RSS News aus dem Bereich Fußball)
- Steel (alternativer Browser mit Autorotate und Bildschirmtastatur)
- WeatherBug (Wetterinformationen mit Anzeige der Temperatur in der Statusleiste)
- Toogle Settings (Profilumschaltung, Akku schonen und weitere Features)
- Translate (Übersetzungstool für ca. 150 Sprachen)
- TaskSwitcher (ein sehr einfaches Tool um zwischen laufenden Programmen zu wecheln)
- Shazam (Titel und Interpret eines Musikstücks erkennen lassen)
- Labyrinth Lite (nettes Spiel für zwischendurch)
- meebo (sehr guter und einfacher Instant Messenger)
- NesEmu (Nintendo NES Emulator)
- Qype-Radar (Restaurantbewertung mit GPS-Nutzung)
- Video Recorder (einfacher Videorekorder für das G1)
- Power Manager (ein Programm um den Energiehaushalt des G1 zu verwalten)
Dies ist nur eine kleine Auswahl für das G1. Es gibt noch wesentlich mehr an freien, kostenlosen Programmen. Es muss jeder selbst einen Blick auf den Android Market werfen um zu schauen was einem gefällt bzw. was wichtig ist.
Browser:

Kommen wir zu einer der wohl wichtigsten Applikation am T-Mobile G1, die Rede ist natürlich vom integrierten Webbrowser. Wie es sich für ein "Web-Handy" gehört ist ein vollwertiger HTML-Browser integriert worden. Der Browser kommt somit mit einem Großteil von Internetseiten wunderbar klar, die Darstellung ist nahezu identisch mit der des heimischen Desktop Computers. Was die Zoomfunktion angeht ist es ziemlich einfach gehandhabt, am unteren Bildschirmrand wird bei Bedarf eine Vergrößerungs- und Verkleinierungslupe eingeblendet. Das Zoomen geht dann stufenlos und angenehm flüssig vonstatten. Wer mag kann eine Übersicht über die Webseite auf einen kurzen Displaydruck aufrufen und so auf den gewünschten Teil der Webseite klicken und automatisch in den gewählten Ausschnitt hineinzoomen. Schade das der Browser nicht vom Neigungssensor gebrauch macht, so wird das Displayformat leider erst in das Querformat umgeschaltet wenn man das Handy im "Tastatur-Modus" nutzt und das Display nach oben schiebt.

Abb. Tastatur Slidermechanismus
Was die Bildschirmeingabe angeht so wird diese im aktuellen Browser noch komplett über die Hardware-Tastatur erledigt. In zukünftigen Updates des Betriebssystems (Stichwort Cupcake) ist aber zu hoffen dass es auch eine Bildschirmtastatur für das G1 geben wird. Dies wäre enorm praktisch, so könnte man kurze Eingaben oder Links recht einfach und unkompliziert eingeben ohne das G1 in den Quermodus mit hochgeschobem Display zu versetzen. Aktuell gibt es schon eine Behelfslösung in Form des kostenfreien Browsers namens "Steel", dieser bietet eine Bildschirmtastatur und auch der Neigungssensor wird zum automatischen drehen des Bildes (zwischen Hoch- und Querformat) unterstützt.
Im Browser sind bis zu 4 Fenster parallel möglich zwischen denen man per Menü nahtlos hin und her wechseln kann. In der Regel sollten 4 Fenster für Fans des Browser-Multitasking vermutlich genügen. Des Weiteren kann man im Browser die Schriftgröße einstellen und einen Popupblocker aktivieren.
E-Mail:

E-Mails sind wie nicht anders zu erwarten auch beim G1 ein großes Thema. Der bevorzugte Weg führt natürlich wie schon bei der Aktivierung des Gerätes über den GMail (Google Mail) Account. Hier werden die Mails dann im Push Verfahren auf das Gerät übertragen. Wer lieber eine andere E-Mail Adresse auf dem G1 nutzen will kann dies natürlich auch tun, hier bietet das Gerät den Zugriff auf IMAP oder POP3 Konten. In diesem genannten Fall wird kein Push-Mail unterstützt, jedoch kann man das automatische Abrufintervall nach beliebend verändern, der kleinste Wert liegt bei rund 5 Minuten. Dies sollte sicher immer noch mehr als ausreichend schnell sein wenn man seine Mails unterwegs lesen möchte. Anhänge kann man selbstverständlich auch mit dem G1 empfangen und versenden, Bilder oder Musik als Beispiel stellen natürlich kein Problem dar.
Fazit:

Das T-Mobile G1 ist ein guter erster Auftritt für das brandneue Android Betriebssystem. Es steckt viel Potential in der Plattform, doch hätte man sich sicherlich etwas mehr als nur ein einfaches Grundgerüst an Programmen mit der Auslieferung wünschen können. So zwingt man den Nutzer sich seine G1 Programme selbst nach persönlichen Bedürfnissen überden Market zusammenzusuchen. Die Auswahl ist schon zum jetzigen Zeitpunkt ganz beachtlich, doch fehlt es immer noch an einigen Ecken wie einem richtigen Office Programm (für Word, Excel, Powerpoint) die das G1 auch als Business-Gerät nutzbar machen würden.
Was das Gehäuse des G1 angeht so ist das Gerät eher durchschnittlich verarbeitet, die verbauten technischen Komponenten können sich hingegen sehen lassen. So gibt es ein großes und brilliantes Display, WLAN, HSDPA und weitere Datenschnittstellen die das mobile Surfen so schnell wie möglich gestalten. Ein bis zwei Lücken gibt es aber auch hier, wie z.B. das fehlende von Bluetooth A2DP (was aber hoffentlich noch per Software freigeschaltet wird) oder dem USB-Sync.
Insgesamt macht das G1 auf jeden Fall Spaß, man muss aber zumindest eine gewisse Freude daran haben sich das G1 nach seinen eigenen Bedürfnissen anzupassen und sich durch den riesigen Wust an Programmen zu suchen. Der Preis von aktuell knapp 350-400€ (Marktpreis März 2009) geht sicherlich vollkommen in Ordnung; Geräte mit ähnlicher Ausstattung sind zum Teil sogar weitaus teurer.
Vor- und Nachteile:
+ super schnelles und einfaches Betriebssystem
+ riesige Anzahl an zusätzlichen Programmen
+ leichte und einfache Bedienung
+ gut bedienbare QWERTZ-Tastatur
+ permanente Online-Synchronisation
o etwas nervöser Trackball
o leichtes T-Mobile Branding
- schlechte Verarbeitung bzw. Materialwahl
- keine echte Sync-Möglichkeit mit Outlook
- Akkuleistung ziemlich unterdurchschnittlich
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